Meine kleine Welt im Massstab 1:87

 

"Jede Modelleisenbahnanlage hat ihre eigene Geschichte und Faszination."

Meine Modelleisenbahn-Anlage irgendwo im Fricktal, ist in vielen Sachen etwas aussergewöhnlich. Auf ca. 25 m2 wird seit 30 Jahren gebaut, gewerkelt und eine kleine Fantasiewelt dargestellt. Was waren des Erbauers Vorstellungen und Träume?

Meine Zielsetzung bei der Anlagenplanung war ganz klar, möglichst viele und lange Züge fahren zu lassen, auch mit Mehrfachtraktion, geschoben wie gezogen, vorbildgerechte Signalbilder inkl. Zwergsignale oder auch Semaphore auf einem Teil der Anlage, nach Möglichkeit mit Automatikbetrieb mit Gleisbildstellwerken ohne Schaltung von Einzelweichen, sondern mit Fahrstrassenschaltungen mittels Start- und Zieltasten. Dann sollte es auch nicht einfach eine «Kreisbahn» sein. Im Weiteren sollte die Gestaltung der Landschaft hohen modellbauerischen Ansprüchen genügen. Ein historisches Lokdepot sollte auch noch Platz finden und natürlich viele Kunstbauten in einer gewagten Gebirgslandschaft, womit sich die versteckten Gleisabschnitte gut kaschieren liessen.

Thematisch handelt es sich um eine Doppelspurstrecke, welche den grossen Schattenbahnhof mit dem Hauptbahnhof verbindet. Vom Hauptbahnhof geht die Streckenführung mit zwei eingleisigen Bahnabschnitten weiter und kreuzt sich an einem Nebenbahnhof wieder.

 

Entstanden daraus ist eine Anlage ohne reales Vorbild, dazu fehlt schlicht der Platz. Aber ich habe mich bei vielen Objekten am Vorbild orientiert und so gebaut, wie es auch im Original sein könnte immer im Konsens mit dem Thema Schweizer Bahnen. 

Und dann natürlich der Fahrbetrieb. Das Digitalsystem Zimo ermöglicht butterweiches Beschleunigen und Bremsen. Die Anlagensteuerung basiert auf inzwischen drei freiprogrammierbaren Industriesteuerungen, die Software wurde durch den Erbauer selbst geschrieben.

Bei vielen Bauten oder Szenen blieb nur der Selbstbau, da die Industrie oft keine solchen Dinge in der gewünschten Filigranität liefert oder gar nicht anbietet wie z.B. die Perrons des grossen Bahnhofs und viele andere Elemente.

Die Anlage lebt durch viele liebevoll detaillierte Szenen, filigrane Oberleitungen, alles echt abgespannt, Echtsteinschotter, und, und, und.

Verändert haben sich mit der Zeit auch die Themenschwerpunkte. Am Anfang stand das Bauen an erster Stelle. Dies hat sich zwischenzeitlich etwas verschoben. Ich bin dem Thema «Weathering» verfallen, d.h. die Modelle so aufzubereiten, dass der «Plastiklook» nicht mehr ersichtlich ist und die Fahrzeuge mit Gebrauchsspuren wie in Wirklichkeit auf der Anlage verkehren. Dazu gehören auch die passenden Ladegüter oder Figuren in den Personenwagen.

Der nächste Schritt war dann, Züge auch nach realem Vorbild in der Wagenfolge fahren zu lassen.

Zwei ganz spannende Themen, welche unendlich viel Leidenschaft auslösen können. Das war dann auch der Auslöser, einen zusätzlichen Schattenbahnhof im Nebenraum zu realisieren, um die Anzahl Züge im Fahrbetrieb und damit die Zugsvielfalt zu erhöhen. So fahre ich nun normalerweise mit insgesamt 21 verschiedenen Zügen im Fahrbetrieb.

Ach ja, und zu erwähnen wäre noch, dass die Anlage schon in zwei Reportagen in Modellbahnzeitschriften vorgestellt wurde. Einmal im «Loki» im Jahre 2001 und einmal in der «Modellbahn- Schweiz im Jahre 2019.

 

Ein weiteres Themengebiet von mir ist, Züge und die Anlagen, auch von Kollegen oder dem FEC mit Videoclips in Szene zu setzen und auf Youtube zu veröffentlichen. Unter folgendem Link gelangt ihr zu meinem Youtubekanal, mit vielen Videos. 

 

 

Die Bilder und Kurzfilme sagen mehr aus als das, was ich beschreiben kann. Geniesst diese Eindrücke, und ein Feedback auf Youtube oder über den Webmaster (Nachricht wird weitergeleitet) freut mich immer.

Fotos, Videos und Text: HJ. Meier

September 2021


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